365 Tage Mülheim
1. Januar 1862
Die tägliche Personenpost zwischen Duisburg-Mülheim und Mülheim-Oberhausen wird eingerichtet.
1. Januar 1867
An der Mülheimer Ruhrstraße beginnt eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte: Wilhelm und Louise Schmitz-Scholl starten ihren eigenen Kolonialwarenladen.
3. Januar 1797
In Mülheim erscheint die erste Ausgabe der ersten Zeitung, die „Mülheimer Zeitung von Kriegs- und Staatsgeschäften“. Schon ab der zweiten Ausgabe vom 6. Januar 1797 nennt Verleger Gerhardt Wilhelm Blech seine Blatt
Mülheimer Zeitung der neuesten Begebenheiten“.
4. Januar 1885
Erste Turnratsitzung des im Dezember 1884 gegründeten Turnvereins Dümpten. Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Turngenossen zusammen:
Grubenverwalter Köhne, 1. Turnwart
Lehrer Wilhelm Schroer, 2. Turnwart
Lehrer Eugen Betzel, Riegenwart
Lehrer A. Spohr, Zeugwart
Lehrer Ernst Zickwolff, Schriftwart
Vereinswirt Johann Neuhaus, Geldwart
Wilhelm Grewe und Hermann Lüning, Beisitzer
6. Januar 1811
Napoleon untersagt die Einfuhr von Steinkohlen in Holland, wodurch der Mülheimer Kohlenhandel fast zum Erliegen kommt.
10. Januar 1923
Französische Soldaten besetzen Mülheim
11. Januar 1959
Erich I. (Ibing) wird zum ersten Mülheimer Karnevalsprinzen ernannt.
12. Januar 1791
Die Witwe Vörster, Besitzerin der Broicher Papiermühle, protestiert gegen die geplanten Troostschen Fabrikanlagen, weil sie eine Wasserbenachteiligung befürchtet.
14. Januar 1826
Wegen seiner Verdienste um die Einführung der mechanischen Spinnerei wird Joh. Casp. Troost zum preußischen Kommerzienrat ernannt.
17. Januar 1874
Vermutlich Gründung der Mülheimer „Carnevals-Blümchen“, die bereits am 25. Januar und 1. Spörkel (karnevalistischer Name für den Februar) die nächsten Sitzungen durchführten, um für den 15. Februar 1874 einen Umzug durch Styrum zu planen. Es ist nicht bekannt, ob dieser möglicherweise erste Mülheimer Karnevalszug wirklich stattgefunden hat.
18. Januar 1790
Wiederbegründung der katholischen Gemeinde
21. Januar 1929
Nach fünfjähriger Planungs- und Bauphase wird die Realschule Stadtmitte - die Schule mit dem Uhrenturm - eingeweiht. Die „schönste Mittelschule Westdeutschlands“ (Zitat aus einer Festschrift) ist im Stil des Dessauer Bauhauses gebaut und von Anfang an mit zahlreichen Fachräumen für Naturwissenschaften, fürs Werken und für Hauswirtschaften ausgestattet.
22. Januar 1856
An diesem Tag erstrahlen erstmals 60 Gaslaternen, die Mülheims Straßen und Plätze beleuchten. Am Tag zuvor war der Vertrag mit der Berliner Firma Schulte & Köpp und deren Geschäftspartnern von der Deutschen Continentalgesellschaft rechtskräftig geworden.
26. Januar 1893
Zirkusreiter Adolf Kolzer verunglückt in Mülheim tödlich.
Fotografie vom Grabstein des Zirkusreiter, der auf dem Altstadtfriedhof beerdigt ist. Foto: Bärbel Essers
26. Januar 2008
Auf der Beykozer Burg unterzeichnen an diesem Tag Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und ihr türkischer Amtskollege Muharrem Ergül den Partnerschaftsvertrag zwischen der Ruhrstadt und dem Istanbuler Vorort. Mülheim bringt es damit auf sechs Partnerstädte: Darlington in Nordengland, Tours in Mittelfrankreich, Kuusankoski in Südfinnland, das polnische Opole, Kfar Saba in Israel und eben Beykoz/Istanbul in der Türkei.
28. Januar 1223
Papst Honorius III. stattet das Kloster Saarn mit besonderen Privilegien aus.
28. Januar 1808
Joachim Murat, Schwager von Napoleon und seit 1806 Großherzog von Berg, ernennt per Dekret die Mitglieder des ersten Mülheimer Munizipalrates und bestätigt damit die Erhebung zur Munizipalität, ohne diese Erhebung noch einmal explizit auszusprechen. Die Vereidigung der Ratsmitglieder und Munizipalbeamten findet am 13. Februar 1808 durch den Provinzialrat Graf von Spee statt. Wenige Tage später, am 18. Februar 1808, tagt der neu geschaffene Munizipalrat für Mülheim und Holthausen zum ersten Mal. Damit nimmt die Verwaltung ihre Tätigkeit auf und ist die Munizipalität gegründet, auch wenn erst einen Monat später alle Honnschaften der Herrschaften Broich und Styrum tatsäch im Munizipalrat vertreten sind.
29. Januar 1902
Todestag von Karl von Bock und Polach, der zwischen 1895 und 1902 zunächst Bürgermeister und dann Oberbürgermeister von Mülheim war.
30./31. Januar 1981
Bahnbogen Nr. 19 wird eröffnet.
Öffnung des Bahnbogens, wo sich zuvor das Fachgeschäft für Angelgeräte und Propangas der Familie Essers befand. Foto: Essers
6. Februar 1762
Graf Christian Carl Reinhard v. Leiningen, Herr zu Broich, wettert gegen seine Landeskinder wegen der überaus großen Entwendungen aus dem herrschaftlichen Kohlenzehntlager.
6. Februar 1607
Die Ermordung des Junggrafen Wirich von Daun
12. Februar 1953
Umsorgt von seinem alten Kampfgenossen Karl Quax”, wie die Mülheimer Zeitung schrieb, stirbt an diesem Tag Theodor Eckert, der dem Mülheimer Stemm- und Ringclub zu Beginn des 20. Jahrhunderts alle Ehre machte: 1906 wurde Theodor Eckert in Mannheim Erster Deutscher Meister im Ringen. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof an der Dimbeck, „auf dem er sein Leben lang gewirkt hat”, wie es in der Todesanzeige heißt. Denn Theodor Eckert arbeitete als Friedhofsgärtner auf dem Friedhof, den sein Vater Gottlieb seit 1869 als erster „Aufseher” bewacht hatte.
15. Februar 1959
Feierliche Eröffnung des Jugendheims an der Nordstraße 77 in Oberdümpten. Um die Errichtung dieses Gebäudes finanzieren zu helfen, hatten die Mitglieder der Mülheimer SPD-Ratsfraktion seit Jahren auf ihre monatlichen Diäten verzichtet. Die Heimleitung übernehmen Günter und Christel Weber.
16. Februar 1931 (Rosenmontag)
Große Karnevalsfeier in der Stadthalle. Die Friseuse Maria Guß, 22 Jahre jung, und der Straßenbauer Hermann Zechosch haben sich auf der Baustelle vor dem Friseursalon Stift auf der Dümptener Straße kennen gelernt. Sie haben sich an diesem Abend zum ersten Mal verabredet und feiern Karneval, sie im selbst genähten Kostüm, in der festlich dekorierten Stadthalle. Eine rauschende Ballnacht - sie tanzen zur Musik von vielen Kapellen bis 5 Uhr morgens. Ein Fotograf vom Atelier Otto Vershoven von der Leineweberstraße 11 ist anwesend und hält das glückliche Lächeln der beiden Verliebten auf einem Foto fest. Am selben Abend verloben sie sich, zehn Monate später sind sie verheiratet und bleiben es ihr Leben lang.
Maria Guß und Hermann Zechosch
17. Februar 1933
Am Adolf-Stöcker-Platz in Mülheim-Dümpten werden jene Häuser, in denen Kommunisten wohnen, systematisch von der SA durchsucht.
18. Februar 1791
Maria Louise Albertina, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, erteilt die Konzession für Johann Caspar Troost zur Fabrikgründung im Louisenthal. Troost darf vom Schleusenkanal der Ruhr Wasser bis zu seiner Fabrik leiten. Eingerichtet wird zunächst eine Baumwollspinnerei. Da sie mit den 1769 von Richard Arkwright (England) erfundenen Spinnmaschinen ausgerüstet ist, ist die Troostsche Baumwollspinnerei eine der modernsten im Rheinland. Die Spinnstühle werden mit der Wasserkraft der Ruhr angetrieben.
Der Angst der Pächter der Broicher Korn- und Papiermühle, Johann Wilhelm von Eicken und Witwe Vörster, vor Beeinträchtigung ihres Gewerbes wird in der Konzession dadurch Rechnung getragen, dass die Mühlenanlage Troosts weder die vorhandenen Mühlenbetriebe durch die Wassernutzung benachteiligen, noch zu etwas anderem als der Baumwollspinnerei genutzt werden darf.
18. Februar 1908
Bei den Feierlichkeiten zum 100jährigen Stadtjubiläum im Kirchholteschen Saal ist auch Prinzessin Luise von Preußen zugegen, zur Festigung der Monarchie.
18. Februar 1869
Unter dem Motto „Eintracht und Liebe im schönen Verein, erhalten im Leben Jugendschein“ gründen vier Mitglieder des evangelischen Jünglingvereins zu Saarn den „MGV Gemütlichkeit“. Im damaligen Haus Neulen an der Düsseldorfer Straße finden unter der musikalischen Leitung Heinrich Zähres die ersten Proben statt.
22. Februar 1856
Beginn der Gasbeleuchtung in Mülheim
26. Februar 1997
Feierliche Eröffnung des von Stararchitekt Sir Norman Foster entworfenen Agiplan-Gebäudes an der Zeppelinstraße.
27. Februar 1842
Der Fabrikarbeiter Wilhelm Horstkamp zahlt 66 Taler, 9 Silbergroschen und 6 Pfennig auf das „Bescheinigungsbüchelchen Nr. 1“ ein.
27. Februar 1901
An diesem Tag stirbt Josef Zerwes, kaufmännischer Direktor der Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim.
2. März 1933
Mit vorgehaltenem Revolver raubt eine Gruppe von SA-Männern die gesamte Ausgabe des Mülheimer Volksblattes.
3. März 1984
In der an diesem Tag erscheinenden Ausgabe der „Freien Presse - Das Mülheimer Stadtmagazin“ schreibt die Redaktion unter der Überschrift „Existenz der Freien Presse gefährdet“:
455 Mark feste Zusagen an monatlichen Spenden - das reicht noch lange nicht, um einem festen hauptamtlichen Mitarbeiter den Minimallohn von 1000 Mark brutto (bei einer 35-Stunden-Woche) zu zahlen. Dabei bedarf die FREIE PRESSE dringend der Professionalisierung. Nur so kann sie in den nächsten Monaten über die Runden kommen. (...)“
4. März 1963
Erste Belegung des Mülheimer Landschulheims in Hohenunkel.
4. März 1790
Geburt von Mathias Stinnes, der im Laufe seines Lebens eine beispiellose Karriere vom Schiffsjungen zum erfolgreichen Kohlenhändler, Reeder und Bergbaumagnaten machte. Am Ende seines Lebens hinterlässt er seinen drei Söhnen Mathias, Gustav und Hugo die größte deutsche Handelsflotte, Beteiligungen an vierzig Bergwerken sowie umfangreichen Landbesitz.
5. März 2008
Verlegung von zehn weiteren „Stolpersteinen“ in Mülheim an der Ruhr.
7. März 1938
Ratsbeschluss zum Ankauf von Schloss Broich durch die Stadt
10. März 1912
Eröffnung des Städtischen Museums
(Foto: Stadtarchiv)
10. März 1982
Todestag von Hugo Stinnes junior. Das Imperium seines Vaters zerfiel nach dessen Tod im Jahre 1924, dem Junior blieb nur ein Restkonzern. Dennoch spendete er 1933 zusammen mit anderen Industriellen drei Millionen Mark für die durch die letzten Wahlen angeschlagene NSDAP samt SA und SS. 1939 war er als Berater der Obersten Heeresleitung für die „Westoffensive“ gefragt.
Hugo Stinnes junior
1897-1982
Hugo Hermann Stinnes (* 16. Oktober 1897 in Mülheim an der Ruhr; † 10. März 1982 ebenda), bekannt als
Hugo Stinnes junior, war ein deutscher Unternehmer. Nach dem Tode seines Vaters Hugo Stinnes 1924 übernahm er zusammen mit seinem Bruder Edmund Hugo Stinnes die Geschäfte der Stinnes AG. Er schied 1956 aus der Hugo Stinnes OHG aus.
Sein Sohn Hugo Stinnes junior übernahm danach die Geschäfte. Er ignorierte die zwei Ratschläge seines Vaters am Sterbebett, alle Schulden zu tilgen und Frieden mit den Banken zu schließen. Das Imperium kam in der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Schieflage. Die europäischen Banken hatten zu dieser Zeit nicht mehr genug Eigenkapital und Risikobereitschaft, so dass US-Banken aushelfen mussten. 1926 wurde hierzu die "Hugo Stinnes Corporation" gegründet, an welcher die US-Banken mit 46 Prozent beteiligt waren. In der Hugo Stinnes Corporation wurden alle wesentlichen Vermögenswerte der Familie Stinnes eingebracht.
14. März 1845
Der Komponist und Dichter Friedrich August Bungert wird in Mülheim an der Ruhr geboren.
Foto: wikipedia.org
15. März 1806
Napoleon ernennt Joachim Murat zum Großherzog von Berg. Schnell beginnt Joachim Murat mit einer umfassenden Modernisierung der Staatsverwaltung sowie der Sozial- und der Rechtsordnung. Seine am 13. Oktober 1807 erlassenen weitreichenden Bestimmungen über die Munizipalverwaltung stellen auch die Grundlage für die Erhebung Mülheims dar.
18. März 1849
Zur Jahrfeier der Märzrevolution von 1848 lädt der Mülheimer Demokratische Verein zu einem „Banquett und Essen“ im Witthausschen Saale ein.
19. März 1639
Durch den Herrn zu Broich, Gaf Wyrich, wird die Zunftordnung für Schuhmacher und Loher bestätigt, wofür 12 Taler Mülheimer Währung zu bezahlen sind.
19. März 1850
Mit „Gebet, Gesang und dem Wort Gottes“ wird das Evangelische Krankenhaus eröffnet. Die Initiative zur Gründung des ersten Mülheimer Krankenhauses ging von Pfarrer Eduard Wilhelm Schulz und Mitgliedern des Evangelischen Jünglingsvereins aus.
22. März 1920
In der Mülheimer Zeitung findet sich eine Anzeige der Frankfurter Allgemeinen Versicherungsgesellschaft, in der diese für eine Versicherung von „Gebäuden, Haushaltungen und Warenlagern gegen Aufruhr und Plünderungen“ wirbt.
Plünderungen sind im März 1920 keine Seltenheit. In Mülheim herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Es ist Teil des Ruhrgebiets, in dem die Rote Ruhrarmee gegen die Reichswehr kämpft.
23. März 1920
Der Mülheimer Aktionsausschuss, der - wie andere Aktionsausschüsse überall in Deutschland in den Tagen zuvor als Reaktion auf den Kapp-Putsch gegen die Berliner Reichsregierung am 13. März die Räterepublik ausgerufen hat, macht in einem Aufruf deutlich, was die roten Revolutionäre wollen: Betriebsräte sollen einen kommunalen Vollzugsrat bilden, die Betriebe der Stadt sozialisiert werden. In dem Aufruf heißt es: „(…) Arbeiterbrüder aller Parteien und Konfessionen seid einig in diesem Kampf, tut eure Pflicht, arbeitet und kämpft gegen Ausbeutung und die Reaktion. Seid einig für den Sozialismus.“
24. März 2007
Im Rio-Programmkino im alten Stadtbad hebt sich der Vorhang zur letzten Vorstellung. Das „Kino am Fluss“ muss dem schicken teuren Wohnen am Wasser weichen.
26. März 2008
Im Mülheimer Cinemaxx findet um 20 Uhr die Deutschlandpremiere der Tragikkomödie „Kontakt“ statt. Der Filmemacher Sergej Stanojkovski stammt aus Mülheim an der Ruhr, wo er 2006 den Förderpreis des Ruhrpreises einheimste. Die Filmbewertungsstelle hat die Produktion im Verleih von „Filmlichter“ schon vor der Deutschlandpremiere mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
28. März 1914
Das Mysterium „Warum? Woher? Wohin?“ von August Bungert wird in Mülheim aufgeführt.
29. März 1899
Tausende von Schaulustigen bevölkern die Innenstadt von Mülheim. Schon seit dem frühen Vormittag sind die Gaststätten bis auf den letzten Platz besetzt. Die Kinder haben schulfrei. Grund für die euphorische Stimmung sind die Soldaten des Infantrieregiments 159, das an diesem Tag in seine neue Garnisonskaserne an der Kaiserstraße einzieht. Kaufleute und Anwohner haben dort einen Ehrenbogen für die neuen Nachbarn errichtet. Garnisonsstadt zu werden, ist im wilhelminischen Deutschland ein Ritterschlag.
29. März 1920
In Mülheim geht ein Telegramm der Reichswehr ein, die die Mülheimer Revolutionäre ultimativ zur Niederlegung der Waffen und zur Freilassung der Gefangenen auffordert. Am 2. April marschiert die Reichswehr ins Ruhrgebiet ein und beendet die Revolution.
1. April 1912
Hermann Strunck aus Mülheim-Winkhausen, zu dieser Zeit im Dienste der Kaiserlichen Landespolizei in Deutsch-Südwestafrika, wird nach der Abholung von Lohn- und Verpflegungsgeldern zwischen Windhoek und Kupferberg erschossen.
31. März 1933
Knapp drei Wochen nach den von braunem Terror überschatteten Kommunalwahlen am 12. März 1933 tritt an diesem Tag der jetzt von Nationalsozialisten und ihren deutschnationalen Bündnispartnern beherrschte neue Mülheimer Stadtrat zusammen. Sowieso nehmen nur 39 von 51 gewählten Stadtverordneten an der konstituierenden Sitzung teil. Kommunisten und Sozialdemokraten fehlen. Den Kommunisten ist der Antritt ihres Mandats schon verboten, den SPD-Fraktionsvorsitzenden Willi Müller haben die neuen Machthaber bereits in „Schutzhaft“ genommen. Später wird Müller, wie seine kommunistischen Ratskollegen Fritz Terres und Otto Gaudig, seinen Kampf gegen das NS-Regime mit dem Leben bezahlen.
1. April 1909
Am Geburtstag des ersten deutschen Reichskanzlers findet die Einweihung des Bismarckturms in Mülheim statt.
1. April 1910
Heißen und Oberdümpten werden eingemeindet. Nord-Styrum wird ausgegliedert und kommt zu Oberhausen.
1. April 1924
72 Jahre nach dem Inkrafttreten des Mülheiemr Feuerpolizeireglements nimmt Mülheims erste Berufsfeuerwehr ihren Dienst auf. Bis dahin hatte es in Mülheim nur eine freiwillige Feuerwehr gegeben, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg auflöste und erst 2001 neu gegründet wurde. Ihre dunkelste Zeit erlebte die Mülheimer Berufsfeuerwehr als Feuerschutzpolizei im Dritten Reich: Ihr Chef, SS-Sturmbannführer Alfred Freter, ließ in der Reichspogromnacht 1938 die Synagoge in Brand setzen. Und viele machten mit.
1. April 1993
Waltraud und Ernst-Peter Schäfer übernehmen ihren Kiosk an der Schlossstraße
3. April 1767
Todestag des Dichters und Mystikers Gerhard Tersteegen
3. April 1948
Wenn die ersten zarten Knospen an Bäumen und Sträuchern aufbrechen, zieht es den Mülheimer hinaus in den Tierpark.“
So beginnt der erste Artikel im Mülheimer Lokalteil der WAZ, der Erstausgabe dieser Zeitung.
3. April 2008
Hans und Anneliese Hösch, geborene Brökelschen, feiern ihre Diamantene Hochzeit.
5. April 1850
An diesem Tag nimmt das zwei Wochen zuvor, am 19. März 1850 eingeweihte erste Mülheimer Krankenhaus seine erste Patientin auf: Elisabeth Zollhofer. Von der Dame ist nur bekannt, dass sie nach 37 Tagen als geheilt entlassen wurde und der Stadtkasse für ihr Behandlung drei Taler und zwölf Silbergroschen bezahlte.
8. April 1847
Geburt von Emil Kirdorf
9. April 1908
Passend zum 100jährigen Stadtjubiläum wird Hermann Hans Höhborn als 100.000er Bewohner in dem nun als Großstadt anerkannten Mülheim geboren.
9. April 1953
An diesem Tag wird im Café Donat (etwa dort, so später die Stadtbücherei steht) die Interessengemeinschaft Jazz
(IG Jazz) ins Leben gerufen. Helmut Schlitt, Friedrich Karl Feldmann, Fritz Busse und Walter Schmitz sind sich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht darüber klar, dass ihr Entschluss die Mülheimer Musik- und Jazzszene nachhaltig beeinflussen wird.
11. April 1945
Mit dem Einzug amerikanischer Truppen endet der zweite Weltkrieg nun auch für Mülheim, es ist der letzte Tag kriegerischer Handlungen in der Stadt.
14. April 1998
Wiedereröffnung von „Erikas Braterei“ an der Aktienstraße 30
15. April 1961
Einweihung des Jugendheims in Speldorf, Ecke Karlsruher Straße und Richard-Wagner-Straße. Heimleiter werden Margarete und Hermann Roes.
16. April 1994
Im Gemeindehaus Holunderstraße findet aus Anlass des 150jährigen Bestehens der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn ein Historischer Abend statt.
(Foto kann durch Klicken vergrößert werden)
17. April 1765
Die Saarner Porzellanfabrik wird durch den Direktor Beli in Betrieb genommen; verwendet wird in der Hauptsache Speldorfer Töpfererde.
18. April 1936
Hochzeit von Emmi Lierhaus und Werner Hoffmann aus Mülheim-Menden.
19. April 1925
Offizielle Gründung der
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Mülheim an der Ruhr.
19. April 1978
In der Leibnitzstraße werden die Überreste von Menschen gefunden, die wahrscheinlich in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges verstorben sind. Da jedoch keine Personen vermisst wurden, wird die Akte geschlossen.
20. April 1985
Emmi Hoffmann aus Mülheim-Menden beginnt in Badenweiler mit der Aufzeichnung ihrer Lebenserinnerungen.
20. April 1797
Überfall auf Pfarrer Pithan
21. April 2005
Das Buch über den Communalfriedhof in Holthausen erscheint.
Bärbel Essers mit ihrem soeben erschienen Buch auf dem Communalfriedhof. Foto: Martin Müller
24.April 2008
Das Ehepaar Hildegard und Oskar Mielke aus Mülheim feiert seine Eiserne Hochzeit
(65. Jahrestag).
29. April 1977
Eröffnung des Büromuseums in der 10. Etage des Rathausturms.
30. April 1940
In der Speldorfer Kirche findet durch Pastor Rüter die Trauung des aus Speldorf stammenden Vikars Ewald Luhr statt - er heiratet Luise, geb. Schöning.
1. Mai 1901
Mülheim wird dem Landkreis Duisburg ausgegliedert und ist nun kreisfreie Stadt.
1. Mai 1993
Gründung der Mülheimer Cover-Band FKK.
Aus einer Bierlaune heraus und aus Spaß an mehrstimmigem Satzgesang zur Gitarre gründen Frank Niedecken (F), Kim Merz (K) und Klaus Vanscheidt (K) 1993 die Mülheimer Coverband FKK. Der Begriff „Kultband“ wurde erst erfunden, als FKK längst Kult in Mülheim war. Auch über 15 Jahre später hat der Spaß noch nicht aufgehört, und es gibt kaum Mülheimer jenseits der 30, die noch keinen Auftritt der rockigen Gute-Laune-Band erlebt haben. Legendär sind die VHS-Konzerte „Weihnachten mit FKK“, bei denen sich (seit 1997) alle Jahre wieder wildfremde und Weihnachtslieder singende Menschen in den Armen liegen. Kim Merz, letztes verbliebenes Gründungsmitglied: „Wir machen weiter, bis wir von der Bühne fallen.“
6. Mai 1670
Wegen Abhaltens sektiererischer Versammlungen wird der Schneider auf der Fohren zu Styrum durch den Grafen Wilhelm Wirich von Daun-Falkenstein gefangen gesetzt und stirbt.
8. Mai 1976
Am letzten Termin der ersten Mülheimer „Stücke“-Tage wird Theaterautor Franz Xaver Kroetz der Dramatikerpreis verliehen.
15. Mai 1909
In Speldorf öffnet das Soldbad Raffelberg samt Raffelbergpark, der nach Plänen des Gartenarchitekten Walter von Engelhardt angelegt wurde, die Pforten. Die jodreiche Sole erhält das Heilbad durch eine Rohrleitung von der nahe gelegenen Zeche Alstaden.
17. Mai 1912
August Thyssen erhält den Ehrenbürgerbrief der Stadt Mülheim an der Ruhr.
17. Mai 1897
Eröffnung der Hauptpost am Viktoriaplatz
18. Mai 1923
Geburtstag von Tatjana Netrebko. Sie war eine der ukrainischen Zwangsarbeiterinnen, die bei der AEG-Fabrik in Mülheim arbeiten mussten. Mindestens eine der Frauen verlor dabei ihr Leben und liegt heute im Massengrab der Ostarbeiter auf dem alten Friedhof an der Dimbeck. Insgesamt sind wahrscheinlich 40.000 Zwangsarbeiter in Mülheim gewesen, von denen 407 zu Tode kamen.
21. Mai 1920
Die Satirezeitschrift „Ulk“ des „Berliner Tageblatt“ veröffentlicht eine Karikatur des Mülheimer Industriellen und Politikers Hugo Stinnes, Sohn von Hermann Hugo und Adeline Stinnes - und Enkel des Unternehmensgründers Mathias Stinnes. Der von Hugo Stinnes ab 1893 und insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg geschaffene Montan-, Industrie- und Handelskonzern gehörte zu den größten unternehmerischen Konglomeraten Deutschlands und umfasste auf seinem Höhepunkt 1535 juristisch selbständige Firmen mit 2888 Betriebsstätten. Zu Beginn der Weimarer Republik zählte Stinnes zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im Deutschen Reich.
Bereits während des ersten Weltkrieges war Hugo Stinnes sen. führend an der Ausarbeitung von Eroberungsplänen beteiligt. Nach der Novemberrevolution von 1918 sammelte Stinnes 500 Millionen Reichsmark für einen „Antibolschewismusfond“. Die NSDAP förderte er bereits ab 1920.
Hugo Stinnes in den 1890ern
(Foto: Wikipedia)
21. Mai 1976
Eugen Meyer, der Wirt vom „Schifferhaus“, fängt in der alten Ruhr einen 28 Pfund schweren Karpfen.
24. Mai 1946
Gerhard Scholl, wohnhaft in Mülheim an der Pestalozzistraße 34, erhält den Sonderausweis (Nr. 126) für politisch, rassisch und religiös Verfolgte.
25. Mai 1927
Clärenore Stinnes, Tochter des Mülheimer Industriellen und Politikers Hugo Stinnes sen., startet zusammen mit dem Fotografen Carl-Axel Söderström zu einer Autofahrt rund um die Welt - mit einem gerade auf den Markt gekommenen
Adler Standard 6 (6 Zylinder, knapp 2,6 Liter Hubraum und 45 PS). Die Reiseroute durch 23 Länder der Alten und Neuen Welt soll der Länge des Erdumfangs entsprechen und führt zum Teil durch Gegenden, in denen es weder Landstraßen noch Tankstellen gibt. Eine genaue Planung war notwendig, Depots für Benzin und Öl mussten eingerichtet werden.
Bereits in der Türkei treten die ersten Pannen auf, doch die Fahrt geht weiter über Beirut, Damaskus, Bagdad und Teheran und entlang des Kaspischen Meeres Richtung Moskau. Schließlich sind die beiden Techniker, die den Begleit-LKW steuern, den Strapazen nicht mehr gewachsen, in Russland treten sie die Heimreise an. Stinnes und Söderström setzen die Fahrt fort, obwohl beide kaum etwas von Automechanik verstehen. Im Februar 1928 - ein Drittel des Erdumfangs ist geschafft - wagen sie eine Überquerung des zugefrorenen Baikalsees und entgehen nur knapp einer Katastrophe. Nach der Durchquerung der Wüste Gobi setzen die beiden per Schiff nach Japan und Hawaii über. In Südamerika erwartet sie eine der beschwerlichsten Etappen der Weltumrundung, auf dem Weg über die Kordilleren hilft oft nur der Einsatz von Dynamit. Die Fahrt quer durch die USA, endlich wieder auf befestigten Straßen, wird zu einem viel beachteten Spektakel. Im Juni 1929 kehrt Clärenore Stinnes gemeinsam mit ihrem Fotografen nach Deutschland zurück; nach einer Ehrenrunde um Berlin zeigt der Kilometerzähler fast 47.000 km.
26. Mai 1988
Der Bridge-Club Mülheim wird von 16 Mülheimer Bürgern gegründet.
28. Mai 1978
Die WOODHOUSE SWING & BLUES, ein Vierteljahrhundert zuvor als WOODHOUSE-Stompers gegründet, geben in der Mülheimer Stadthalle ihr Jubiläumskonzert.
1953 fing es an. Geprobt wurde in einem Blockhaus, das der Kapelle auch den Namen gab: Woodhouse-Stompers. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Günter Nöltgen (Posaune), Helmut Schlitt (Trompete), Hanky Pieck (Schlagzeug), Friedrich Karl Feldmann (Karinette) und Helmut „Fatty“ Grüttner (Banjo und Gitarre).
Die Woodhouse Swing & Blues im Jubiläumsjahr. Vor historischem Gemäuer (von links nach rechts): Mike Issig (Piano und Banjo), Willi Gerhards (Trompete), Jörn Behrens (Schlagzeug), Peter Issig (Bass und Susaphon), Ulrich Karrenberg (Klarinette und Altsaxophon) und Horst Janßon (Posaune). - Foto: Hans-Joachim Wolter
30. Mai 1761
Graf Christian Carl Reinhard von Leiningen verbietet das Tabakrauchen in der Nähe des Heu- und Strohmagazins, in dem alles entbehrliche Heu der Umgebung zusammengebracht wird.
31. Mai 1845
Vollendung der Mülheimer Hafenanlage.
31. Mai 1894
Albert Mentzen eröffnet mit dem Zentralhallentheater erstmals ein ständiges Theater vor Ort - mit festem Ensemble. Gespielt wird zunächst nur im Sommer, später dann ganzjährig.
1. Juni 1946
Gründung der „Sozialistischen Jugend Deutschlands“ - Die Falken“ Mülheim
2. Juni 1959
Übergabe des Schlosses Styrum an die Stadt Mülheim.
4.-6. Juni 1910
Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen des Turnvereins Dümpten

Auszug aus dem Festbuch zum 25jährigen Bestehen des Tunvereins Dümpten
(Durch Klick auf die Grafik lädt das Dokument als PDF)
5. Juni 1905
Das Geburtshaus des Dichterkomponisten August Bungert am Löhberg 43 brennt ab.
7. Juni 1933
Die SPD-Stadtverordneten in Mülheim verlieren ihre Abgeordnetenmandate
(aus der Broschüre Widerstand und Verfolgung)
8. Juni 2004
Um 17 Uhr findet auf dem Kurt-Schumacher-Platz die erste Mülheimer Montagsdemo statt. Und seither an jedem Montag wieder.
9. Juni 1989
Geburt des „Mülheimer Jazz-Club im Schifferhaus"
10. Juni 1802
Erstmals findet in Mülheim der Frucht-, Gemüse-, Butter- und Milchmarkt statt.
14. Juni 1808
An diesem Tag gründet der Mülheimer Mathias Stinnes, Sohn eines Ruhrschiffers, ein Unternehmen für Schifffahrt und Kohlenhandel, der Anfang der Stinnes AG.
Mathias Stinnes
1790-1845
16. Juni 1853
Gründung der Mülheimer Dampfschifffahrtsgesellschaft unter Direktor Th. Toegel.
22./23. Juni 1943
Bombardierung Mülheims durch die Royal Air Force. 70 Prozent der Innenstadt werden zerstört.
24. Juni 1917
Abschiedsläuten der Mülheimer Kirchenglocken
24. Juni 1873
Trauung als Eheleute unter Gottes Segen von Helene Rühl aus Broich bei Mülheim an der Ruhr und Carl Abel aus Solingen - durch Helenes Onkel August Rühl, Pfarrer in Erkrath.
28. Juni 1936
Mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ wird die Freilichtbühne an der Dimbeck feierlich eingeweiht.
1. Juli 1888
Einweihung der Vereinsfahne des Turnvereins Dümpten
1. Juli 1893
Witwe Kellermann aus Saarn lässt sich von der Brauerei Heinrich Mann 143 Liter Bier kommen und bezahlt bar
und zwar 19 Mark und 31 Pfennig.
3. Juli 1943
Walter Traub schreibt seinem Bruder, dem Gefreiten Daniel Traub, in einem Feldpostbrief über die Zerstörung Mülheims.
4. Juli 1963
Der Schlacht- und Viehhof der Stadt Mülheim an der Ruhr besteht seit 50 Jahren.
9. Juli 1897
Betriebsaufnahme der ersten elektrischen Straßenbahn
16. Juli 1907
Aufnahme des Klinikbetriebs der Augenheilanstalt
17. Juli 1853
Beginn der Mülheimer Ruhrschifffahrt
19. Juli 1897
Der Straßenbahnverkehr zwischen Mülheim und Oberhausen wird erstmalig aufgenommen.
19. Juli 1981
Im Sonntagsmagazin A-Z des Hörfunkprogramms WDR2 wird der lyrische Text „Mein Sonntag in Mülheim an der Ruhr“ des Mülheimer Schriftstellers Horst Borgsmüller vorgetragen.
20. Juli 1942
Um 9.26 Uhr fährt der Personenzug 472 ab Ladestraße im Bahnhof Mülheim-Eppinghofen mit 85 Juden aus Mülheim und Oberhausen ab.
20. Juli 1949
Wiederaufleben des „Mölmschen Kringk“ zur Rettung des „Mölmsch Platt“, wie es schon 1930 mit dem „Plattdütsche Kring“ von Wilhelm Klewer versucht wurde.
23. Juli 1845
Erlass einer neuen Gemeindeordnung
27. Juli 1914
Das zwei Jahre zuvor gegründete „Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung“ (das heutige Max-Planck-Institut) öffnet seine Pforten.
29. Juli 1856
Eingabe der Mülheimer Kaufmannschaft an die Regierung um die Konzessionierung einer Mülheimer Rheinkanal AG.
29. Juli 1966
Als letzte Mülheimer Zeche wird die Rosenblumendelle geschlossen. Mülheim an der Ruhr, eine der Wiegen des Ruhrbergbaus, fällt auch als erste Stadt im Revier ins Bergfreie.
30. Juli 1964
Die Eheleute Wilhelm Feldmann (1891-1965) und Margarete Feldmann (geb. Voigtländer, 1890-1979) übertragen der Stadt Mülheim an der Ruhr ihr Eigentum als Stiftung.
Geschrieben von Hans Fischer
aus dem zweiten Band von "Styrum. Ein starkes Stück Stadt"
2. August 1907
Einweihung der Synagoge am Viktoriaplatz
3. August 1810
In einer Erhebung von diesem Tag durch den “Maire” Vorsteher werden fünf Lederfabriken mit 12 Arbeitern genannt, die 2 000 Kalbfelle und 400 Häute im Wert von 5 600 Talern verarbeiteten. Damals ist Mülheim mit seinen fast 12 000 Einwohnern der bewohnteste Raum im Rheinisch-westfälischen Industriegebiet und bietet schon damit eine gute Voraussetzung für die ansässigen Gerber bzw. den Absatz der hier produzierten Leder.
6. August 1842
Der letzte Stein des ersten Mülheimer Rathausgebäudes am „Neuen Markt“ wird gesetzt.
18. August 1960
Francesco Lodato unterschreibt einen Arbeitsvertrag als Metall-Hilfsarbeiter bei den Siemens-Schuckert-Werken in Mülheim an der Ruhr
23. August 1868
Der Vorschussverein wird in die „Volksbank Mülheim an der Ruhr“ umgewandelt.
25. August 1925
Der von den Städten Essen und Mülheim gebaute Flughafen Essen/Mülheim erhält offiziell die Flughafenrechte.
27. August 1949
Die NRZ berichtet über die Verhaftung des Filmschwindlers Horst Perschko und die Aufklärung des Uhlenhorster Filmskandals
29. August 1864
Bürgermeister Obertüschen berichtet dem Handelsminister Itzenplitz, dass die Zehntkohlenablösung von den Zechen Roland (26 Prozent), Alstaden (22 Prozent), Sellerbeck (20 Prozent), Rosenblumendelle (16 Prozent), Hammelsbeck (11 Prozent) und den fristenden, den still liegenden Gruben (5 Prozent) aufgebracht werden soll.
7. September 1912
Hermann Strunck, Opfer eines Raubmordes in Deutsch-Südwestafrika, wird unter den Trauerklängen der Schimannschen Kapelle auf dem Friedhof in Heißen beerdigt.
12. September 1984
Der Aufmacher im kostenlosen Anzeigenblatt „Mülheimer Einkauf-Tips“ beschäftigt sich mit dem vom Stadtmagazin FREIE PRESSE herausgegebenen „Führer durch Klüngelheim“, von nun an in der Bevölkerung nur noch das „Mülheimer Filzbuch“ genannt. Das „Filzbuch“ erlebt einen Verkaufsboom.
13. September 1964
Einweihungsfeier für das Jugendheim an der Viehgasse in Saarn. Die Leitung des Heims haben Helga und Hermann Siepmann.
15. September 1925
Neugründung der NSDAP-Ortsgruppe Mülheim-Ruhr
(aus der Broschüre Widerstand und Verfolgung)
18. September 1796
Gründung der ersten Mülheimer Ortszeitung mit dem Titel „Gnädigst priviligierte Mülheimer Zeitung der neuesten Begebenheiten“.
19. September 1939
Todestag von Paul Lembke, der von 1904 bis 1928 Oberbürgermeister von Mülheim an der Ruhr war. Unter seiner Amtsführung gab es die großen Eingemeindungen, in deren Folge Mülheim im Jahre 1908 zur Großstadt avancierte.
27. September 1823
Der Kreis Essen einschließlich der Bürgermeisterei Mülheim wird mit dem Kreis Dinslaken zum Kreise Duisburg vereinigt.
28. September 1862
Verlegung der Gewehrfabrik im Kloster Saarn nach Erfurt
29. September 1910
Die Rennbahn Raffelberg wird eingeweiht.
30. September 1942
Eva Hirsch, am 29. Juni 1925 als jüngere Tochter des Kaufmanns Julius Hirsch und seiner Frau Henriette in Mülheim geboren, wird gemeinsam mit ihrer Schwester in Auschwitz ermordet. Nach verlässlichen Aussagen hatten beide Schwestern in der Zeit vor ihrem Tod im Bordell außerhalb des Lagers für Offiziere und Aufseher zur Verfügung zu stehen.
1. Oktober 1962
Frau Dr. Denecke beginnt ihre Tätigkeit als Direktorin des Mülheimer Kunstmuseums.
2. Oktober 1871
Betriebsaufnahme der Firma Thyssen
2. Oktober 1964
Gründung des „Frauenchor Oemberg 1967“
3. Oktober 1920
Schwimmmeister Walter Werny erwirbt als erster Mülheimer den Lehrschein der DLRG.
4. Oktober 1912
Gründung des Frauen- und Mädchen-Turnvereins Mülheim a. d. Ruhr durch Dr. Edmund Neuendorff.
6. Oktober 1837
Erstes Schützenfest mit Königsvogelschießen des neu gegründeten Schützenvereins (auch am 7. und 8. Oktober).
7. Oktober 1659
Graf Moritz von Limburg-Styrum erschießt den Junggrafen Carl Alexander von Daun-Falkenstein nach einem Streit. Damit wird die Daun-Falkensteinsche Linie aussterben.
13. Oktober 1946
Erste Kommunalwahl nach dem 2. Weltkrieg
(Foto: Stadtarchiv)
23. Oktober 1955
Einweihung des Heißener Jugendheims. Heimleiter werden Friedhelm und Inge Wennmann.
25. Oktober 1878
Einweihung des Communal-Kirchhofes für die Gemeinden Holthausen und Menden
Bekanntmachung.
Die Einweihung des neuen in der Nähe der II. Holthausener Schule angelegten und für die Gemeinden Holthausen u. Menden bestimmten Communal-Kirchhofes findet am Freitag d. 25. dss. Mts., Nachmittags 3 Uhr, unter gefälliger Mitwirkung der Herren Geistlichen statt. Zur Beiwohnung dieses feierlichen Actes lade ich besonders die Bewohner von Holthausen und Menden ergebenst ein. Mülheim a. d. R., 20. Okt 1878.
Der Bürgermeister: Meier
30. Oktober 1897
Grundsteinlegung der Infanterie-Kaserne an der Kaiserstraße
4. November 1946
Erste Sitzung einer frei gewählten Stadtvertretung nach dem 2. Weltkrieg
5. November 1971
Einsendeschluss für das Preisausschreiben „Kennen Sie Dümpten?“, das die Firma Textilien-Bruck zu ihrem 100jährigen Firmenjubiläum veranstaltet hatte.
9. November 1978
Anfertigung eines „Erinnerungsstempels“ für das Büromuseum.
12. November 1812
Einweihung des Altstadtfriedhofes und erste Beerdigung
26. November 1867
Tod Hermann Adam von Kamp
28. November 1980
Gründung des Theater an der Ruhr durch den italienischen Regisseur Roberto Ciulli und den Dramaturgen Helmut Schäfer
1. Dezember 1906
Erstausgabe der Zeitschrift des Geschichtsvereins
3. Dezember 1861
Wie in anderen preußischen Gemeinden wird auch in der Stadt- und Landbürgermeisterei Mülheim eine Volkszählung durchgeführt.
6. Dezember 1879
Gründung des Verschönerungsvereins
7. Dezember 1906
In Styrum wird die Schauspielerin Käthe Guß geboren, die 1931 bis 1942 im Stadttheater Duisburg Karriere macht und 1946 ihr eigenes Operettentheater in Mülheim-Speldorf (im Apollo-Theater) gründet. 1948 zieht ihr Theater um nach Broich, kurz darauf kehrt sie in die Stadt ihrer größten Erfolge zurück, zum Dellplatz nach Duisburg. Käthe Guß stirbt 1994 im Alter von 87 Jahren.
Die Schauspielerin Käthe Guß
Und noch einmal die Schauspielerin Käthe Guß
9. Dezember 1997
Letzte Veranstaltung der seit Jahrzehnten durchgeführten "Hauswirtschaftlichen Vorträge" der RWE in Mülheim.
15. Dezember 1945
Gründungsversammlung der „Naturfreunde“ im Gewerkschaftshaus
20. Dezember 1839
Mülheimer Kaufleute beraten auf Grund einer Regierungsverfügung über die Einrichtung der Mülheimer Handelskammer.
24. Dezember 1921
Der berühmte Mülheimer Fußballer Josef Kronenberger heiratet seine Luise, geborene Eger.
Heirat am Heiligen Abend
NRZ-Bericht von Volker Kösters,
Dezember 1971
„Wir machen gar keine Umstände“, sagte Frau Eger zu ihrer Tochter Luise. „Geheiratet wird am Heiligabend. Kuchen backen wir sowieso und das Schwein schlachten wir auch, dann haben wir Fleisch und Wurst.“
Das war vor fünfzig Jahren. Damals hatte sich Luise Eger für einen jungen Mann, Josef Kronenberger, entschieden. Sie wohnte am Scharpenberg 94 und er in der Teinerstraße.
Als sie sich kennenlernten, war sie 16. „Wir trafen uns einmal und verloren uns wieder aus den Augen“, berichtet Luise Kronenberger. „Nur wenig später begegnete ich ihm noch mal auf dem Sportplatz. Er sprach mich an, und da haben wir uns dann öfter verabredet.“
Verabredungen 1921: Durften die Eltern davon wissen?
„Um Gottes Willen“, sagen beide wie auf Kommando, „das mussten wir natürlich heimlich tun.“ Josef Kronenberger war damals schon ein bekannter Sportler, ein Fußball-As. Nebenbei war er noch einer der besten Turner, spielte Handball und schwamm gute Zeiten.
Der Vater seiner Frau war begeisterter Union 09-Anhänger, wie fast alle, die auf dem Scharpenberg wohnten. „Als mein Mann damals in Union eintrat, war mein Vater mit ihm einverstanden. Von dieser Zeit an durfte er auch in unsere Wohnung kommen.“
1923/24 Kreis- und Gaumeister - Josef Kronenberger Dritter von links
Josef Kronenberger war damals der Star der Mannschaft. Über 1000 Tore erzielte er während seiner Laufbahn. Seine Freunde nannten ihn „Tull“, angelehnt an den berühmten Fußballspieler Tull Harder vom Hamburger Sportverein.
Die ersten Ehejahre waren schwer, aber sie waren auch schön. Erinnerungen tauchen auf. Beide lebten damals auf dem Scharpenberg 94. Eines Tages, Josef Kronenberger war gerade beim Training, hetzt ein Mann über den Platz. „Schnell, Josef! Ich hab’ eine größere Wohnung. Ihr müsst sofort umziehen. Sonst beschlagnahmen die noch andere Leute.“
Der Mann war nicht nur ein guter Freund des Fußballspielers, ihm gehörte auch das Haus. „Sie müssen sich vorstellen“, sagt Luise Kronenberger, „damals waren die Wohnungen knapp.“
„Mein Gott, war das ein Theater“, fällt ihr Mann ihr ins Wort. „Wir hatten zu der Zeit nicht viel. Zwei Schränke, einen Ofen und ein Bett, das war unser Hausrat. Einer hat einen Flachwagen geholt, und dann ging es los. Der Ofen brannte noch, als wir in der neuen Wohnung (Scharpenberg 48) ankamen. Aber - wir waren glücklich.“
Der ganze Umzug entspricht der Mentalität der beiden. Sie waren und sind lebenslustig. Wenn Union gesiegt hatte, wurde im Stammlokal auf der Wilhelmshöhe gefeiert. Luise Kronenberger lag zu dieser Zeit dann schon im Bett. „Oft bin ich mitten in der Nacht aufgewacht“, sagt sie. „Dann hab’ ich mal kurz die Hand ausgestreckt, um zu fühlen, ob mein Mann denn schon da sei.“
Das Ergebnis war oft negativ. Denn auf der Wilhelmshöhe wurde richtig gefeiert. War die Ehefrau betrübt? „Ach was! Ich habe mich angezogen und bin dann über Stock und Stein vorbei an Weidenstümpfen zur Höhe hinaufgeklettert und hab’ mitgefeiert.“
Am Anfang begleitete Luise Kronenberger ihren Mann zum Sportplatz. Auch der zweijährige Sohn wurde mitgenommen. „Den haben wir immer in die Torecke gesetzt“, lacht Josef Kronenberger. „Und der Torwart musste Babysitter spielen. Es war ein guter Torwart. Dem Kleinen ist nie etwas passiert.“
Das alles liegt fast 50 Jahre zurück. Heute feiert das Ehepaar goldene Hochzeit. Erwarten die beiden viele Gäste. Josef Kronenberger überlegt kurz und sagt dann: „Ja, es werden so 20, 30, 40, 50...“
Luise und Josef Kronenberger zu ihrer Goldenen Hochzeit
Übrigens:
Der Fußballer Jupp Kronenberger wurde am 21. August 1898 geboren. Seine Laufbahn begann bei der Turngemeinde 1856. Für Union 09 war es in den 20er bis Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts undenkbar, ein Spiel ohne ihn zu bestreiten. Über zehn Jahre war Jupp Kronenberger Mülheims bester Mittelstürmer. Er bestritt unzählige Spiele für die Mülheimer Stadtmannschaft und andere Auswahlmannschaften. Er war am ganzen Niederrhein bekannt und wurde nicht umsonst „Tull“ genannt - nach dem bekannten HSV-Goalgetter und Mittelstürmer der deutschen Nationalmannschaft.
So kennen ihn seine alten Sportsfreunde: den Jubilar Josef Kronenberger, genannt „Tull“.
25. Dezember 1946
Die Turmbläser spielen zum ersten Mal auf dem Rathausturm.