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Die Dioramen
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Mülheim am Meer präsentiert die
Mülheimer Dioramen

Wir haben sie (fast) alle: Mülheims Dioramen, die schweren Schaukästen mit Miniaturwelten aus dem alten Mülheim. Und das verdanken wir ganz verschiedenen Menschen und Anlässen: Jenen Besuchern unseres Projektladens an der Leineweberstraße zum Beispiel, die uns immer wieder von den Dioramen erzählten und uns neugierig machten. Einem Antrag der Mülheimer Bürgerinitativen (MBI) an den Kulturauschuss der Stadt, in dem gefordert wurde, die noch erhaltenen Dioramen aufzuspüren und im Rahmen des Stadtjubiläums auszustellen - eine Idee, die sich das Geschichts- und Theaterprojekt „Mülheim am Meer“ während der Weißen Nächte 2008 gleich zu eigen machte. Und vielen Mülheimer Fotografen, die uns Fotos auch von den längst verschwundenen Dioramen zur Verfügung gestellt haben - Friedrich Molitor, Fritz Skill, Manfed Diepold, Fritz Döring, Martin Müller...

Gebaut wurden die Schaukästen von der Werbeabteilung der Kölner Kaufhofverwaltung - anlässlich der Neueröffnung des Mülheimer Warenhauses im Jahr 1963. Damals zierten mehr als 30 Dioramen die Fenster des Kaufhofs. Sie zeigten das alte Kaufhaus Hammonia, das alte Rathaus, Szenen rund um die Mausefalle, die Kettenbrücke oder die Petri-Kirche. Mit Beendigung der Ausstellung verschwanden die Dioramen. Doch einige Jahre später verschenkte die Kaufhof AG die Dioramen an die Stadt Mülheim an der Ruhr, die sie vom 24. November 1970 bis zum 12. Januar 1971 im Rahmen einer Ausstellung im Foyer des Rathauses erneut der Öffentlichkeit präsentierte.
Danach ist die Dioramen-Geschichtsschreibung sich nicht mehr einig. Sicher ist aber, dass die Dioramen anläßlich des 75. Geburtstages des Kaufhofes noch einmal ausgestellt wurden und dass sie irgendwann im Schloss Broich als Blickfang bei Veranstaltungen gedient haben. Inzwischen sind sie größtenteils verschwunden. Zehn übrig gebliebene Dioramen lagerten bis vor wenigen Wochen in einer Halle auf dem Gelände der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG), die ihre Stellflächen an die Mülheimer Stadtmarketing- und Touristik GmbH (MST) vermietet hat. MST-Mitarbeiter Peter Stermann hatte einen sicheren und trockenen Platz für die Dioramen gefunden - und übergab sie im Sommer dem Projekt „Mülheim am Meer“. Im Theater an der Ruhr wurden die Schaukästen gereinigt und repariert.
Hier eine Fotogalerie der Dioramen. Sie sind im doppelten Sinne Mülheimer Geschichte.




Die folgenden Fotos der alten Dioramen stammen von Friedrich Molitor. Die Nummerierung stammt aus dem Prospekt zur Ausstellung von 1970.

21 Das alte Gasthaus "Mausefalle"

19 Delle mit Paulikirche und Bürgermeisterei

2 Altes Rathaus um 1890

22 Kettwiger Straße mit Geburtshaus C.A. Kortum

8 Bachstraße

Delle bei Hochwasser
am 26. November 1890
(nicht im Prospekt vorhanden)

18 Delle um 1900

4 Wallstraße/Ecke Löhberg
(mit dem alten Kaufhof, vormals Kaufhaus Hammonia)

12 Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Schloßstraße

13 Kettenbrücke

27 Kettwiger Straße um 1900

29 Bergische Häuser an der Petrikirche

17 Kirchenhügel
(lt. Prospekt "Malerischer Winkel an der Petrikirche")

9 Klostermarkt in Saarn

3 Kohlenkamp

20 Hotel um 1912/Kohlenkamp

1 Notweg um 1915

8 Bachstraße und Petrikirche
(siehe oben, andere Perspektive des Fotografen)

24 Rheinisches Bauernhaus

15 Parkhotel Ruhrstraße

7 Scharpenberg (im Krieg zerstört)

6 Scharpenberg/Ecke Klippenstraße

16 Schloß Broich

10 Schloß Styrum um 1900

26 Giebelhäuser an der Teinerstraße

25 Tersteegenhaus mit Mausefallenecke 1932

11 Gaststätte Uhlenhorst

5 Randenbergmühle in Dümpten

5 Randenbergmühle in Dümpten (andere Perspektive)

28 Zentralhallentheater Leineweberstraße
Dioramen
Als Diorama (altgriechisch „ich sehe hindurch“, „ich sehe durchschimmern“, „ich durchschaue“, also Durchscheinbild) bezeichnet man eine im 19. Jahrhundert von Daguerre erfundene abgedunkelte Schaubühne mit halbdurchsichtigem, beidseitig unterschiedlich bemaltem Prospekt. Durch wechselnde Beleuchtung von Vorder- und Rückseite können damit zum Beispiel Bewegungen und Tageszeiten effektvoll simuliert werden. Diese mit dem Panorama verwandte Technik wird heute noch auf Theaterbühnen angewendet.

Ebenfalls als Diorama werden in der Nachfolge von Krippendarstellungen stehende Schaukästen bezeichnet, bei denen mit Modellfiguren und -landschaften vor einem oft halbkreisförmigen, bemalten Hintergrund zum Beispiel historische Szenen oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt werden - auch wenn die ursprüngliche Technik des Dioramas dabei selten Anwendung findet.